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    Asoziale Krankenkassenreform
    Pressemitteilung 11.07.2026 / Predigt 12.07.2026

    Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 10.07.2026 im Bundestag eine Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. S. dazu "Die Zeit", "Bundestag stimmt umstrittener Krankenkassenreform zu", 10.07.2026: "Die Opposition übte in ihren Redebeiträgen teils harte Kritik an dem parlamentarischen Vorgehen von Schwarz-Rot. Der ganze Gesetzgebungsprozess sei »eine absolute Katastrophe« gewesen, sagte Linkenfraktionschefin Heidi Reichinnek. Irene Mihalic, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, sprach von »Chaostagen der Koalition«. Ihre Parteikollegin Britta Haßelmann sagte, das Gesetz sei »ein klarer Bruch mit der solidarischen Lastenverteilung«." Am selben Tag veröffentlichte F-News eine Meldung: "Schwarz-Rot lässt Versicherte bluten: Bundestag beschließt Krankenkassenreform". Bereits am 08.07.2026 hatte die "Welt", Artikel »"Sätze wie vom Kasernenhof" – Schweitzer kritisiert Merz für Aussagen zu Krankentagen«, einige Aussagen von SPD-Politiker Alexander Schweitzer zitiert, z. B.: "Krankheitstage reduzieren zu wollen, ist grundsätzlich richtig ... Da müssen wir aber an die Ursachen ran und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht unter Verdacht stellen, ein Volk von Blaumachern zu sein ... Was wir nicht brauchen, ist pauschales Misstrauen gegenüber den Beschäftigten." In der Tat: Bei der Gesundheitspolitik müssen die Ursachen für die hohe Zahl von Krankheitstagen erkannt, benannt und nach Möglichkeit reduziert werden. Aber wer will die Ursachen von häufigen Krankheitstagen erkennen, benennen, reduzieren? Formulierungen wie "Schwarz-Rot lässt Versicherte bluten" oder "klarer Bruch mit der solidarischen Lastenverteilung" sind kaum hilfreich für einen sachlichen Dialog. Tatsächlich wird vielleicht mancher einiges aus der Merz-Krankenkassenreform begrüßen als möglichen Versuch eines ersten Schritts in die richtige Richtung. Homöopathische Mittel sollen nicht mehr von der GKV bezahlt werden. Die Homöopathie basiert auf sog. "Potenzierung", also extremer Reduzierung von Wirkstoffen, und ist insbesondere in der magisch-okkultistischen Szene beliebt. Angesicht der extremen Wirkstoffarmut ist eine tatsächliche gesundheitliche Wirkungslosigkeit der Homöopathie äußerst wahrscheinlich. Dagegen kann die Homöopathie sehr erfolgreich sein zur Verbreitung des Okkultismus. Weiter im Reformpaket: Zuzahlungsbeiträge werden um 50 Prozent erhöht, Festzuschüsse beim Zahnersatz werden um 10 Prozent reduziert und entsprechen damit wieder dem Stand vor 2020. Braucht man jedes Medikament, braucht man jeden Zahnersatz? Oder anders: Wäre durch eine gesündere Lebensweise der Bedarf an einem bestimmten Medikament, an einem bestimmten Zahnersatz vermeidbar gewesen? Hier sind wir wirklich bei den Ursachen. Hier muss die eigentliche Arbeit beginnen. Man muss die Schadensquellen erkennen, benennen, reduzieren. Manche gesundheitliche Störung kann unverschuldet sein. Ein Versicherungssystem ist nicht in sich absolut schlecht. Eine solidarische Lastenverteilung ist nicht in sich absolut schlecht. Es ist aber in sich absolut schlecht, wenn man jede Eigenverantwortung absolut leugnet, wenn man sich permanent radikal weigert, die notwendige Sorge für die eigene Gesundheit zu erfüllen. Bestimmte Grundzüge der gesunden Lebensführung muss jeder Mensch verwirklichen. Jeder muss ehrlich sein: Warum brauche ich ein bestimmtes Medikament, warum brauche ich einen bestimmten Zahnersatz, warum brauche ich, mit welchem Recht möchte ich eine bestimme Operation? Sicherlich, man bezahlt Krankenkassenbeiträge, und damit hat man auch ein relatives Recht auf Krankenkassenzahlungen bei gesundheitlichen Schäden. Niemand wird jede gesundheitliche Beeinträchtigung völlig vermeiden können. Es ist gut, dass die Krankenkassen in bestimmten Fällen helfen können und müssen. Der Mensch ist gebrechlich, manche Schäden kann er gar nicht verhindern, und manche Schäden sind realistischerweise, sind vernünftigerweise, nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, nach Abwägung von Aufwand und Ertrag, nicht zu verhindern. Jeder Mensch altert, jeder Mensch ist dem Tod unterworfen. Manchmal behindern äußere Situationen die notwendige Gesundheitspflege. Zerstörerisch ist hingegen ein Schmarotzertum von solchen, die durch Verwahrlosung, durch andauernde maßlose Unersättlichkeit ihren Körper schädigen und dadurch massenhaft Kosten verursachen, ganz konkret wegen bestimmter medizinischer Behandlungen und ganz allgemein wegen gestörter Arbeitsverteilung. Eine besonders traurige Tatsache: Viele moralische Grundsätze, insbesondere völlig selbstverständliche Prinzipien, erkennt der Mensch möglicherweise erst spät. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Eltern, auch für die Gesundheit der Kinder zu sorgen. Was aber, wenn die Kinder schon früh mit Kalorien überschüttet werden, wenn die Kinder ihre Zahnpflege vernachlässigen oder gar völlig unterlassen, wenn die Kinder mit Giftstoffen infiziert werden? Nicht alle angerichteten Schäden können später immer sofort vollkommen behoben werden. Vielleicht wird mancher erst im höheren Erwachsenenalter begreifen, wie seine Eltern ihn haben verwahrlosen lassen, welche Giftstoffe seine Eltern ihm haben einflößen lassen. Vielleicht setzt er selbst diese Tradition dann an seinen eigenen Kindern fort. Also insbesondere Selbstverständlichkeiten müssen, je nach Wichtigkeit, oft formuliert werden, damit Kinder sie früh lernen und damit Erwachsene sie nicht vernachlässigen. Jeder muss sich fragen: Wie gesund bin ich? Wie gesund sind meine Zähne? Wieso brauche ich diese Operation? Brauche ich diese Operation wirklich, habe ich überhaupt ein Recht auf diese Operation, und wenn ja, ist es gerecht, dass die gesetzliche Krankenkasse, also ein großer Teil meiner Mitmenschen, dafür bezahlt? In Einzelfällen könnte eine eindeutige Antwort vielleicht nicht ganz einfach erscheinen. Verlieren wir uns deshalb nicht in Einzelfragen, sondern achten wir auf die Rahmenbedingungen. Und diese Rahmenbedingungen werden maßgeblich geprägt von der ganz persönlichen Lebensführung jedes Einzelnen. Stets muss dabei der Gesamtzusammenhang berücksichtigt werden. Alles hängt mit allem zusammen. Hygiene, Ernährung, Sport, alles im vernünftigen Rahmen, ohne Übertreibung, ohne Verwahrlosung, das sind wesentliche Stützen für eine soziale Gesundheitsreform. Dies muss von der Politik gefördert werden, insbesondere durch eine vorbildliche Lebensführung der Politiker. Dagegen Verwahrlosung und Schmarotzertum zu fördern, das ist Kennzeichen einer asozialen Krankenkassenreform. Christen sehen auch das Thema Gesundheit im Licht der göttlichen Schöpfungsordnung. Im katholischen Katechismus von Joseph Deharbe heißt es zum fünften Gebot, Du sollst nicht töten: "Man versündigt sich, wenn man 1) sich selbst das Leben nimmt (Selbstmord); 2) sich ohne Noth in Lebensgefahr begibt; 3) seiner Gesundheit schadet durch strafbare Unvorsichtigkeit, durch Unmäßigkeit und andere Ausschweifungen." Vgl. Lexikon des katholischen Lebens, hg. von Erzbischof Wendelin Rauch, Freiburg 1952, Artikel "Krankheit": "Gesundheit ist die Harmonie in Bau und Tätigkeit des Organismus und in der leibseelischen Verfassung der Person ... Die Sorge für die eigene Gesundung und Gesunderhaltung ist Pflicht." Die Harmonie in der leibseelischen Verfassung der Person wird verwirklicht, wenn die Menschen sich orientieren an den göttlichen Geboten, wenn sie den Schöpfer als obersten Gesetzgeber anerkennen und sich seinen Geboten unterwerfen. Dieses Leben mit all seinen Schmerzen ist die Zeit der Entscheidung für die Wahrheit, und jeder, ob früher oder später, ob jung oder alt, wird sich unausweichlich und endgültig verantworten müssen vor dem Richterthron Gottes. Amen.

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    Anti-Social Health Insurance Reform
    Press Release July 11, 2026 / Sermon July 12, 2026

    On July 10, 2026, the government of the Federal Republic of Germany under Chancellor Friedrich Merz passed a reform of the statutory health insurance system in the Bundestag. See “Die Zeit,” “Bundestag Approves Controversial Health Insurance Reform,” July 10, 2026: “In their speeches, members of the opposition leveled harsh criticism at times against the parliamentary tactics of the Black-Red coalition. The entire legislative process had been ‘an absolute disaster,’ said Left Party caucus leader Heidi Reichinnek. Irene Mihalic, First Parliamentary Secretary of the Greens, spoke of ‘days of chaos for the coalition.’ Her party colleague Britta Haßelmann said the law was ‘a clear break with the principle of solidarity-based burden-sharing.’” On the same day, F-News published a report: “Black-Red Coalition Bleeds Insured: Bundestag Passes Health Insurance Reform.” As early as July 8, 2026, *Die Welt* had published an article titled “‘Phrases Straight Out of a Barracks Yard’—Schweitzer Criticizes Merz for Statements on Sick Days,” quoting several statements by SPD politician Alexander Schweitzer, such as: “Wanting to reduce sick days is fundamentally the right approach … But we have to address the root causes and not cast suspicion on workers as a nation of shirkers … What we don’t need is blanket mistrust of employees.” Indeed: When it comes to health policy, the causes of the high number of sick days must be identified, named, and, where possible, reduced. But who wants to identify, name, and reduce the causes of frequent sick days? Phrases like “The Black-Red coalition is bleeding the insured dry” or “a clear break with the solidarity-based distribution of burdens” are hardly helpful for an objective dialogue. In fact, some may welcome certain aspects of Merz’s health insurance reform as a possible first step in the right direction. Homeopathic remedies are no longer to be covered by statutory health insurance. Homeopathy is based on so-called “potentization”—that is, the extreme dilution of active ingredients—and is particularly popular in magical and occult circles. Given the extreme lack of active ingredients, it is highly likely that homeopathy has no actual health benefits. On the other hand, homeopathy can be very successful in spreading occultism. Further changes in the reform package: copayments will be increased by 50 percent, and fixed subsidies for dental prosthetics will be reduced by 10 percent, thereby returning to pre-2020 levels. Do we need every medication? Do we need every dental prosthesis? Or to put it another way: Could the need for a specific medication or a specific dental prosthesis have been avoided through a healthier lifestyle? This is where we really get to the root causes. This is where the real work must begin. We must identify, name, and reduce the sources of harm. Some health problems may be beyond a person’s control. An insurance system is not inherently bad. A solidarity-based distribution of burdens is not inherently bad. However, it is inherently bad to completely deny any personal responsibility, to persistently and radically refuse to take the necessary care of one’s own health. Every person must adopt certain basic principles of a healthy lifestyle. Everyone must be honest: Why do I need a certain medication? Why do I need a certain dental prosthesis? Why do I need—and by what right do I want—a certain surgery? Certainly, people pay health insurance premiums, and this gives them a relative right to health insurance coverage in the event of health problems. No one will be able to completely avoid every health impairment. It is good that health insurance companies can and must help in certain cases. Human beings are frail; there are some health issues they simply cannot prevent, and some cannot realistically or reasonably be prevented—in accordance with the principle of proportionality and after weighing the costs against the benefits. Every person ages; every person is subject to death. Sometimes external circumstances hinder necessary health care. Destructive, however, is the parasitic behavior of those who damage their bodies through neglect or persistent, excessive insatiability, thereby incurring massive costs—specifically due to certain medical treatments and, more generally, due to a disrupted distribution of labor. A particularly sad fact: People may not recognize many moral principles—especially those that are completely self-evident—until it is too late. One of the most important responsibilities of parents is to care for their children’s health. But what if children are inundated with calories from an early age, if they neglect their dental hygiene or fail to practice it at all, if they are exposed to toxins? Not all the damage caused can always be completely reversed later on. Perhaps some will only realize in later adulthood how their parents neglected them, what toxins their parents allowed them to ingest. Perhaps they will then carry on this tradition with their own children. So, especially when it comes to things taken for granted, they often need to be explicitly stated—depending on their importance—so that children learn them early on and so that adults do not neglect them. Everyone must ask themselves: How healthy am I? How healthy are my teeth? Why do I need this surgery? Do I really need this surgery? Do I even have a right to this surgery? And if so, is it fair that public health insurance—that is, a large portion of my fellow citizens—should pay for it? In individual cases, a clear answer might not seem entirely straightforward. Let’s not get lost in individual questions, but rather focus on the broader context. And this broader context is significantly shaped by each individual’s personal lifestyle. The overall context must always be taken into account. Everything is interconnected. Hygiene, nutrition, exercise—all within reasonable limits, without excess or neglect—these are essential pillars of a social health care reform. This must be promoted by policymakers, especially through politicians setting an exemplary example in their own lifestyles. In contrast, promoting neglect and parasitism is a hallmark of an antisocial health insurance reform. Christians also view the topic of health in the light of God’s order of creation. In Joseph Deharbe’s Catholic Catechism, regarding the Fifth Commandment, “You shall not kill,” it states: “One sins when one 1) takes one’s own life (suicide); 2) puts oneself in mortal danger without necessity; 3) harms one’s health through culpable carelessness, intemperance, and other excesses.” See *Lexikon des katholischen Lebens* (Encyclopedia of Catholic Life), ed. Archbishop Wendelin Rauch, Freiburg 1952, article “Illness”: “ Health is harmony in the structure and functioning of the organism and in the physical and spiritual constitution of the person ... It is a duty to care for one’s own recovery and to maintain one’s health.” Harmony in the physical and spiritual constitution of the person is achieved when people orient themselves toward the divine commandments, when they recognize the Creator as the supreme lawgiver, and submit to His commandments. This life, with all its suffering, is the time to choose the truth, and everyone—whether sooner or later, whether young or old—will inevitably and definitively have to give an account before the judgment seat of God. Amen.

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